Anlass

Das HRB Husen-Dalheim wurde zur Verbesserung des Hochwasser­schutzes für die Unterlieger angelegt. Gleichzeitig sollte aber auch ein attraktives Erholungsgebiet geschaffen werden. Das HRB umfasst mit jeweils durch ein eigenes Absperrbauwerk abgetrennter Vor- und Hauptsperre zwei dauerhaft bespannte Seeflächen, die durch Aufstau der Altenau entstehen. In den Hauptstau mündet zusätzlich der im Sommer häufig trocken fallende Piepenbach. Die Anlagen des HRB Husen-Dalheim bringen erhebliche ökologische Belastungen mit sich:

  • fehlende biologische Durchgängigkeit
  • Rückhalt der mitgeführten Geschiebe (Wirkung als Sedimentfalle)
  • Verschlechterung der Gewässergüte der Altenau

Diese Aspekte werden im Folgenden näher erläutert.

Auslauf der Vorsperre, hinter der Brücke sind die 4 m hohen Kaskaden erkennbar

Sowohl Haupt- als auch Vorsperre sind biologisch nicht durchgängig und stellen Ausbreitungsbarrieren für wassergebundene wandernde Organismen dar. Abstürze, Dammbauwerke und auch das im natürlichen Fließgewässer nicht vorkommende Vorhandensein von Seeflächen mit völlig anderen ökologischen Verhältnissen unterbinden die jahreszeitlich durchgeführten Wanderungen von Fischen und anderen an den Fließgewässerlebensraum angepassten Tierarten.

Tiefenschichtenkarte des Vorstaus (2012)

Die Absperrbauwerke wirken als Sedimentfalle. Das wird an der ursprünglich rund 4,5 m tiefen und heute nahezu verlandeten Vorsperre besonders deutlich. Das Mitführen von Geschieben ist aber essentiell für strukturbildende Prozesse im Gewässer, beispielsweise durch Entstehung von Kiesbänken, die für zahlreiche Wasserorganismen lebensnotwendig sind. Weiterhin führen fehlende Sedimente unterhalb des HRB zu verstärkter Tiefenerosion und bei Karstgewässern wie der Altenau auch zu ggf. verstärkter Versickerung bis hin zum Trockenfallen.

Die Temperaturen ober- und unterhalb des HRB im Sommer. Die Differenz beträgt bis zu 8°C (blaue Ellipse); Quelle: IDUS 2005

Die Seeflächen von Vor- und Hauptstau bewirken eine Verschlechterung der Gewässergüte in der Altenau. Durch die von Sonne, Licht und Wärme geförderte biologische Umsetzung der eingetragenen Nährstoffe kommt es zu Belastungen des Gewässers. Im Sommer wurden Temperaturdifferenzen in der Altenau unterhalb zu oberhalb des Staues von bis zu 8 °C nachgewiesen. Das schränkt die Entwicklungsfähigkeit der vorkommenden Lebens­gemeinschaften erheblich ein.

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