Planung

Auf dieser Seite wird die Planung zur Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit am HRB Husen erläutert. Der folgende Text basiert auf der Genehmigungsplanung. Sie haben die Möglichkeit, Pläne und Unterlagen zum Genehmigungsantrag anzusehen und herunterzuladen. Über den Menüpunkt Ausführungsplanung gelangen Sie zum aktuellen Stand des ausführungsreifen Plans.

Das Vorhaben sieht im Kern drei Bestandteile vor:

Nur alle drei Bestandteile zusammen gewährleisten die Erreichung der vollständigen Durchgängigkeit.

Übersichtslageplan (vereinfacht)

Umgestaltung der Hauptsperre

Die Beschreibung dieses Maßnahmenteils beginnt im Unterwasser der Hauptsperre. Dort wird die Sohle der Alteunau bis an den Auslauf des HRB  (Rohrdurchmesser 1,2 m), der derzeit noch 50 cm oberhalb der Sohle ausmündet, aufgehöht. Zwischen Auslassbauwerk und Sohle im Oberwasser des Pegels ist die Errichtung einer Sohlgleite 1 : 40 vorgesehen. Zur Sicherstellung einer für Fische ausreichenden Wassertiefe im 115 m langen Rohr im Absperrbauwerk soll ein Staubalken im Unterwasser eingesetzt werden. So kann dauerhaft eine Wassertiefe von 40 cm erreicht werden. Um zusätzlich die ökologischen Bedingungen im Rohr zu verbessern, soll auf der gesamten Länge eine sog. Krallmatte montiert werden. Sie hält Feinsedimente zurück und ermöglicht es bodengebundenen Organismen, sich besser halten zu können. Zudem schützt sie Leitung vor Schäden infolge des künftigen Geschiebetransports.

Das Einlaufbauwerk zum Grundablass wird umgebaut. Die oberhalb des derzeitigen Dauerstauzieles befindlichen Teile werden abgebrochen. Über eine Sohlgleite 1 : 40 wird von oberhalb die im nördlichen Beckenteil neu gestaltete Altenau angeschlossen. Zum Schutz vor Verklausungen wird ein Grobrechen vorgeschaltet.

Im südwestlichen Teil der Hauptsperre wird ein überströmbarer Absperrdamm errichtet. Er ermöglicht einen neuen Dauerstau von rund 15.900 qm Fläche mit einem Stauziel von 230,0 m ü. NN. Dies entspricht dem bisherigen Winterstauziel. Das aus dem Piepenbach zufließende Wasser wird durch einen Blocksteinsatz mit offenen Fugen abgeführt. Der Damm wird auf der Luftseite vollständig durch eine großformatige Steinschüttung gesichert.

Der nordöstliche Beckenteil wird vollständig abgelassen und steht für eine naturnahe eigendynamische Altenauentwicklung zur Verfügung. Nach Profilierung eines Initialgerinnes soll der Bach sich auf einer Länge von rund 300 m eigenständig weiter­entwickeln können. Für die entstehenden Auenflächen ist eine extensive Beweidung zur Entwicklung einer halboffenen Auen­landschaft vorgesehen.

Errichtung einer Sohlgleite an der Vorsperre

Die vorhandene Überlaufschwelle des Vorstaus mit der 4 m hohen Kaskade wird abgebrochen. Um den Wasserspiegel zur Sicherung der ökologisch hochwertigen Kleingewässer im Stauwurzelbereich trotzdem halten zu können, wird eine Spundwand im eingezogen. Zwischen Spundwand und Altenausohle unter der Kreisstraße 69 wird in der Folge eine 60 m breite, im Hochwasserfall überströmbare Sohlrampe 1 : 15 errichtet. In diese ist eine durchgängige Sohlgleite 1 : 40 integriert, die auch bei niedrigeren Abflüssen fischdurchgängig ist. Der oberhalb der Spundwand verbleibende, bereits sehr weitgehend zu­sedimentierte und flache Teil des Vorstaus wird weiter verlanden. Mittelfristig wird eine Fließrinne mit Bachcharakter entstehen.

Renaturierung der Altenau zwischen Vor- und Hauptsperre

Zwischen Haupt- und Vorsperre wird die aktuell begradigt und erhöht am Rande der Aue verlaufende Altenau wieder in das Taltiefste zurückverlegt. Auf rund 800 m wird ein Initialprofil vorgegeben, dass sich zukünftig ebenfalls eigendynamisch weiterentwickeln soll. Auch hier ist eine extensive Auennutzung vorgesehen.  Im oberen Teil wird es jährlich zu Ausuferungen kommen, so dass hier eine Reaktivierung der Primäraue erreicht wird. Im unteren Teil werden Flutmulden und breite, flache Bermen hergestellt.

Im mittleren Abschnitt dieses Umgestaltungsbereichs wird ein Bauwerk zur Entnahme von Wasser aus der Altenau errichtet. Das Wasser wird über eine Rohrleitung dem sog. Biotop sowie dem neuen Dauerstau zugeleitet. Dadurch werden Verdunstungs­verluste ausgeglichen bzw. ein Trockenfallen verhindert. Die Entnahmemenge wird 10 l/s nicht überschreiten.

Die Altenau wird zwischen Vor- und Hauptsperre vom Damm einer ehemaligen Kreissstraße mit einem Brückenbauwerk gequert. Dieses ist aufgrund seiner Dimension und insbesondere einer gepflasterten Sohlrampe einer alten Wehranlage in diesem Bereich nicht ausreichend organismendurchgängig. An dieser Stelle ist daher der Abbruch des alten Bauwerks sowie Errichtung einer neuen Fußgängerbrücke vorgesehen. Zur Anbindung an das Sohlniveau des im Unterwasser befindlichen Umgestaltungs­ab­schnitts ist auf kurzer Strecke eine Sohlanhöhung mit geeignetem Substrat vorgesehen.

Im Oberwasser der Brücke bleibt der Fließgewässerverlauf bis zur Kreisstraße 69 weitgehend unverändert.

Exkurs: historisches Vorbild

Der hohe Windungsgrad der geplanten neuen Altenau erscheint heute ungewohnt. Historische Karten sowie heute morphologisch (anhand der Geländeoberfläche) noch erkennbare frühere Gewässerverläufe zeigen jedoch, dass die Altenau ursprünglich viele kleine Mäanderbögen aufwies.

In der Karte von 1837 (links) ist die Lage des heutigen Vorstaus markiert. Die Karte rechts zeigt den aktuellen Zustand der Altenau nur 1.000 m oberhalb des Vorstaus. Die Überlagerung mit einer sog. Schummerung macht Geländevertiefungen erkennbar, die ehemalige Bachzustände anzeigen.

Planfeststellungsunterlagen

Unter "Downloads" können Sie sich die wichtigsten Teile der umfangreichen Unterlagen zum Antrag auf Planfeststellung ansehen und/oder herunterladen. Die Dokumente sind thematisch gegliedert. Da es in Teilen sehr technisch zugeht, empfehlen wir als Einstieg die sog. nichttechnische Zusammenfassung. Diese enthält auf der letzten Seite auch eine Übersicht der mit dem Genehmigungsantrag eingereichten Unterlagen. Sollten Fragen bleiben, gilt auch hier: Setzen Sie sich mit dem WOL direkt in Verbindung!

Nach oben