chemische Boden- und Sedimentanalysen

Bodenschurf zur Beurteilung des Schichtenaufbaus und zur Materialentnahme

Orientierende Untersuchungen im Jahr 2014 hatten gezeigt, dass die Böden und Sedimente im Umfeld des HRB Belastungen Zink, Blei und teilweise auch Cadmium  aufwiesen. Im Sommer 2015 wurden daraufhin weitere Untersuchungen vorge­nommen. Ziel war die differenzierte Bewertung der Ergebnisse im Hinblick auf die weitere Verwendbarkeit des Bodens im Rahmen des Vorhabens.

Dazu wurden unter anderem an 16 Stellen Boden- und Sedimentproben genommen und chemisch analysiert. Die Probenahmeorte 2014 und 2015 lagen unterhalb der Hauptsperre, innerhalb des ehemaligen Hauptstaus, im Renaturierungsbereich, im Bereich der Vorsperre sowie an Holtheimer Bach und Altenau oberhalb des Vorstaus.

Grundsätzlich wurde bestätigt, dass im Planungsraum von erhöhten Metall-, insbesondere Bleigehalten im Boden auszugehen ist. Ursache sind Gesteinsvorkommen im Einzugsgebiet der Altenau, die in Folge millionenjahrealter geologischer Prozesse in erhöhtem Umfang Metalle enthalten. Bekanntestes Beispiel sind die Gesteine im Bereich der Bleikuhlen in Blankenrode, die als Erze in historischer Zeit auch abgebaut wurden. Durch Abtrag und Auswaschung gelangen die Metalle in die Gewässer, wo sie weitertransportiert werden.

Der Vergleich der Analyseergebnisse der Böden/Sedimente am Holtheimer Bach sowie an der Altenau oberhalb des Vorstaus zeigte, dass die Belastungen mit großer Sicherheit aus der oberen Altenau, möglicherweise aus dem Gebiet um Blankenrode, stammen.

Die Metalle sind mineralisch, d. h. an teils feinen Gesteinsbestandteilen, gebunden. Wo sie sich ablagern, kommt es zu einer Anreicherung. Für den Baubereich wurden entsprechend die höchsten Belastungswerte an Blei und Cadmium im Vorstau gefunden. Sie bewegen sich aber auf einem Niveau, wie es auch in den Auensedimenten weit oberhalb des Vorstaus angetroffen wird. Der Maximalwert des Bleigehalts ist im Altenauoberlauf sogar doppelt so hoch wie der entsprechende Vorstau-Wert.

In den Böden zwischen Vor- und Hauptstau, in den Sedimenten des Hauptstaus selbst, aber auch in den Böden unterhalb des Staudammes oberhalb der Ortslage Husen wurden demgegenüber deutlich niedrigere Werte gefunden. Sie entsprechen den für diesen Landschaftsraum gesteinsbedingt natürlicherweise („geogen“) vorkommenden Belastungen.

Trotz der natürlichen Herkunft der Belastungen darf der Boden nur mit Auflagen ausgebaut und woanders weiterverwendet werden. Aus diesem Grund wird sämtlicher im Rahmen der Renaturierung sowie des Hauptstau-Umbaus gewonnene Aushub vor Ort als Baumaterial weiterverwendet; dies gilt auch für den Boden der bei der Renaturierung unterhalb der Hauptsperre anfällt.

Ein Großteil des Materials wird zum Bau des neuen Absperrdamms genutzt, da es sich als Dichtungsmaterial sehr gut eignet. Darüber hinaus finden im Randbereich der ehemaligen Seesohle Landschaftsgestaltungen statt. Unter anderem werden die früheren Böschungsbefestigungen überdeckt und abgeflacht.

Das Vorgehen zur Verwendung des anfallenden Boden- und Sedimentmaterials ist eng mit den zuständigen Boden- und Landschaftsbehörden abgestimmt worden.